Die Globalisierung führt zu einem globalen Wettbewerb zwischen Nationalstaaten, Regionen und Städten um attraktive Zielgruppen. Ziel dieses Beitrags ist es, in einigen Ansatzpunkten aufzuzeigen, wie das Marketing dazu dienen kann, Regionen und Standorte erfolgreich zu vermarkten.
Besonderheiten des "Produkts Region"
Zunächst ist die Region gleichzeitig sowohl Subjekt (als Betreiber des Regionenmarketings) als auch Objekt (als "Produkt") des Regionenmarketings. Dabei ist eine Region selbstverständlich kein "einfaches Produkt" sondern gleicht eher einem komplexen lebenden Organismus, der vom "Produktmanagement" auch nur bedingt steuerbar ist.
So existieren neben der regionalen noch andere räumliche Ebenen, auf denen Standortmarketing betrieben wird. Etwa auf nationaler (Invest-in-Germany.de) oder Bundesländerebene. Gute Bekanntheitsgrade erreichten beispielsweise die Kampagnen "Land der Frühaufsteher" (Sachsen-Anhalt), oder "Wir können alles außer Hochdeutsch" (Baden-Württemberg). Weiter gibt es – eine Ebene "unter" den Regionen – kommunale Gebietskörperschaften, die sich teils mit sehr ähnlichen Aufgaben beschäftigen (das sogenannte Städtemarketing).
Und es gibt Nachbarregionen zu denen das Verhältnis gleichzeitig vom Wettbewerb und der Notwendigkeit zur Kooperation (zum Beispiel unter dem Dach eines übergeordneten Landesmarketings) bestimmt ist. Hier kann es – wie etwa im Fall des Erzgebirgskreises – auch zu der "Komplikation" kommen, dass die Grenzen des Kreises nicht mit denen der traditionell gewachsenen Region übereinstimmen. Bei den Marketingaktivitäten der Gebietskörperschaften entstehen daher oft unnötige Überschneidungen. Aber es ist natürlich auch schwierig, die richtige Balance zwischen Kooperation und Konkurrenz mit den „anderen“ zu finden.
Regionenmarketing, erster Schritt: Wer sind wir, was wollen wir?
Um eine Region möglichst effizient zu entwickeln und zu vermarkten, ist es sinnvoll, alle diesbezüglichen Aktivitäten in konzertierter Form durchzuführen. Voraussetzung hierfür ist eine fundierte Planung – ein Marketing-Konzept, welches dann mittel- bis langfristig, stetig und kontinuierlich umgesetzt wird. Am Anfang steht eine gründliche Analyse der Situation: Was kann die Region bieten? Wie ist die Wettbewerbsposition des eigenen Standortes im Vergleich zu den wichtigsten Mitbewerbern? So kann etwa ein bereits positiv ausgeprägter Ruf eines Standorts für Unternehmen im Sinne eines "country-of-origin-Marketing" nutzbar sein ("Made-in-Germany", "Made in Saxony"), wie neuere Untersuchungen bestätigen (vgl. made-in-germany-umfrage.de).
Auf Basis der Situationsanalyse können Leitbilder und – möglichst realistische – Ziele für die zukünftige Entwicklung erarbeitet werden. Wichtige Stichworte in diesem Zusammenhang: Identität, Vision, Philosophie. Was ist die Region, was macht sie aus, wo will sie und die in ihr lebenden Menschen hin? Darauf aufbauend lassen sich regionenspezifische Strategien erarbeiten. (Auszug)
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