-
Leseprobe Wirtschaftsmagazin Bodensee / Rubrik: Standort Österreich

Vorarlberg

In Vorarlberg arbeiten die beiden Organisationen Wirtschafts-Standort Vorarlberg GmbH (WISTO) und die Vorarlberg Tourismus GmbH (VT) eng zusammen.

Im Interview mit Thomas Willauer sprechen die beiden Geschäftsführer Dr. Joachim Heinzl (WISTO) und
Mag. Christian Schützinger (VT) über ihre jeweiligen spezifischen Aufgaben sowie über gemeinsame Aktivitäten für Vorarlberg.

Thomas Willauer: Bevor wir über die konkreten Aufgaben Ihrer jeweiligen Organisation und dann auch über Ihre Zusammenarbeit sprechen, kurz gefragt: Was sind die jeweiligen Besonderheiten bzw. die Stärken der Wirtschaftsregion und der Tourismusregion Vorarlberg?

Dr. Joachim Heinzl: Wir haben viele Vorteile und Besonderheiten als Wirtschaftsstandort Vorarlberg. Die Folgenden hebe ich gerne hervor: Wir haben ein überdurchschnittliches Wirtschaftswachstum, das zu einem Drittel auf die wachsende Zahl von Arbeitsplätzen zurückzuführen ist, zu zwei Dritteln wird das Wirtschaftswachstum durch Produktivitätssteigerungen erreicht. Die Warenproduktion und ihr Absatz im Inland, besonders auch im Export – mit 60% haben wir die höchste Exportquote Österreichs – leisten den größten Beitrag zur Wertschöpfung im Land. Geschlossene Wertschöpfungsketten sind dabei ein wesentliches Merkmal unserer Wirtschaftsregion. Bestimmend in unserer Wirtschaft sind die Familienunternehmen, die nicht nur Stabilität und Innovationskraft hervorbringen, sondern auch regionale Verbundenheit leben. Weitere Stärken der Wirtschaftsregion sind die strategisch optimale Lage unseres Bundeslandes innerhalb Europas und die internationale Orientierung und Weltoffenheit unserer Unternehmen.

Mag. Christian Schützinger: Zunächst einmal hatten wir 2016 eine sehr starke Sommersaison mit einem Gästerekord. Insgesamt haben im Zeitraum Mai bis Oktober rund 1,2 Millionen Urlauber mehr als 3,9 Millionen Übernachtungen in Vorarlberg gebucht. Noch nie sind in einer Sommersaison so viele Gäste nach Vorarlberg gekommen – ein ähnlich hohes Nächtigungsergebnis gab es zuletzt im Sommer 1993. Im Vergleich zu den 1990er Jahren hat sich Vorarlberg zu einem Zweitreisurlaubsland entwickelt. Das heißt, statt der vierzehntägigen Familienurlaube im Sommer kommen die Gäste in den letzten Jahren kürzer, dafür aber öfter. Für unsere Gastgeber heißt das, dass sie bei einer gleichbleibenden Zahl an Übernachtungen heute doppelt so vielen Gästen ein guter Gastgeber sein müssen und sie sind es auch. Fakt ist auch: Diese Entwicklung bedeutet für unsere Betriebe mehr Umsatz und mehr Gewinn. Den Trend, weg von den Sommerferien hin zu Ganzjahresdestination finden wir sehr positiv. Dies alles bestätigt unsere Tourismusstrategie 2020 mit der wir Vorarlberg in Sachen Gastfreundschaft, Regionalität und Nachhaltigkeit an die Spitze des Tourismus in Europa führen möchten.

Im Tourismus gibt es einen starken Trend der Rückbesinnung und Selbstgestaltung des Reisens. Stichwort „Slow Travel“. Als Medienunternehmen mit dem Schwerpunkt auf Print machen wir eine ganz ähnliche Erfahrung. Anspruchsvolle Konsumenten wollen Medien, für die sie sich Zeit nehmen dürfen. Print entwickelt sich zum Luxusgegenstand. Luxus verstanden als Zeit und Muße. Für jemanden der das sucht, ist eine gedruckte Zeitschrift etwas Besonderes, das Sinnlichkeit hat, eben das, was das Internet nicht hat. Wir bieten dem Leser ein sinnliches Vergnügen mit hochwertigen Inhalten und gutem Design.

Mag. Christian Schützinger: Hier treffen wir uns wohl. Vorarlbergs Gäste gehören zu den höheren Bildungs- und Einkommensschichten. Sie wollen in ihren Ferien in ein möglichst persönliches Erfahrungs- und Bildungserlebnis investieren. Dabei verstehen wir uns als „Tourismusmanufaktur“ und nicht als Fabrik. Vorarlbergs Gastgeber sind Meister der Individualisierung. Unsere Angebote sind modular aufgebaut, Gäste können Rhythmus und Kombinationen frei zusammenstellen. Das Gegenteil sind Standardprogramme, deren Ziel Multiplikation und technische Effizienz ist. Da unterscheiden wir uns auch im Wintertourismus. Wir wissen, andere sind besser beim Hüttenzauber als wir. In Vorarlberg betonen wir das Naturerlebnis, die Erfahrung von Landschaft, Stille und Genuss.

Hat es das Tourismusmarketing leichter als die Wirtschaftsförderung wenn es um Aufgabendefinition, Zielgruppen und Kommunikation geht?

Dr. Joachim Heinzl: Es gibt unterschiedliche Aufgaben, die zu bewältigen sind. Welcher Zielgruppe erzähle ich was und warum? Ein Unterschied in der Kommunikation zwischen dem Tourismus und uns besteht bspw. in unserer Initiative Chancenland Vorarlberg. Da fokussieren wir uns in der Regel auf junge Menschen. In dieser Markenführung sprechen wir die Leute per Du an, fast ein bisschen frech, cool. Das ist nicht für jeden Gast zielführend. Hier gibt es Differenzierungsnotwendigkeiten. Deshalb nehmen wir nicht 1:1 die gleichen Botschaften. Unsere Kommunikation ist zudem sehr stark international ausgerichtet. Ein wichtiger Grund ist die Gewinnung von Fachkräften. Das hat viel damit zu tun, dass wir in Vorarlberg keine Universität haben und wir somit die überregional studierenden Vorarlberger/-innen zurückholen möchten. Gleichzeitig müssen wir auf Grund unseres starken Wirtschaftswachstums auch internationale Talente anwerben. Und da haben wir eine tolle Synergie mit dem Tourismus. Wir können, was nicht jede Region kann

[...]

Lesen Sie das gesamte Interview im Wirtschaftsmagazin Bodensee 2017.


Zur Magazinbestellung

Veranstaltungen

Aktuelle Veranstaltungs- und Ausstellungstermine.

News

Aktuelle Wirtschafts-News vom Bodensee.

Spezial Film

NEU! Nun gibt es auch Filme, in denen Ihnen der Wirtschaftsraum Bodensee näher gebracht wird.

© 2010-2013 Labhard Verlag Konstanz/Bodensee | Design: SMD | Kontakt | Impressum | Sitemap
Verlagsthemen: Bodensee | Oberschwaben | Sachsen | Wirtschaft | Garten